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Kommen für Open Data nur öffentliche Behörden als Datenbereitsteller in Frage? In der bisherigen Transparenzbetrachtung geht es natürlich in erster Linie um Datenbestände des täglichen Regierungs- und Verwaltungshandelns. In der Anwendungsentwicklung oder für wissenschaftliche Ausarbeitungen können aber auch weitergehende Datenbestände aus der Stadtgesellschaft heraus interessant sein, die beispielsweise nicht oder nicht in dem benötigten Umfang in der Verwaltung vorhanden sind.

Verschiedene Anwendungen von externen Betreibern setzen auf Crowdsourcing, wodurch strukturierte Datensammlungen mit Metadatenbestandteilen entstehen. Zusätzlich entstehen in Bachelor- oder Masterarbeiten oder in Kollaborationsprojekten Datensammlungen auf lokaler Ebene. Wenn diese Datenbestände ebenfalls in maschinenlesbaren Form als Open Data zur Nachnutzung veröffentlicht werden, könnten weitere Anwendungen entstehen oder bestehende Anwendungen verbessert werden.

Die Start Bonn startet Social Open Data als Pilotprojekt. Als Veröffentlichungsplattform steht hierfür das städtische Open Data Portal auch für externe Datenbestände zur Verfügung. Alle Themenbereiche zu Bonn können hier veröffentlicht werden, sofern Datenschutzaspekte berücksichtigt und das Urheberrecht geklärt ist. Die Datenbereitsteller können eine freie Lizenzvariante selbst auswählen und in einer eigenen Rubrik mit eigenem Namen veröffentlichen. Die Veröffentlichung selbst ist natürlich kostenlos.

Die Bonner Open Data-Plattform als Infrastrukturzugang ermöglicht mit der Harvesterfunktion die weitere Verbreitung der Datenbestände wie auf den Portalen von Open.NRW oder Govdata ohne weiteren Aufwand. Der Begriff Social Open Data ist nach unserer Recherche bislang noch nicht definiert. Der Ansatz vereinigt als Schnittmenge die Open Government-Säulen der gesellschaftlichen Zusammenarbeit und Transparenz. Zielsetzung ist die Entscheidungs- und Leistungserstellungsprozesse mit Hilfe von staatlicher Open Data-Basisinfrastruktur zu unterstützen und zu verbessern.

Wer Datenbestände auf dem Bonner Open-Dataportal veröffentlichen möchten, kann über Twitter @opendatabonn per E-Mail unter opendata@bonn.de oder hier Kontakt aufnehmen.